[Osterquatriduum] Tag 2.2: Parc Bagatelle

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    • [Osterquatriduum] Tag 2.2: Parc Bagatelle

      Eine knappe Stunde fuhren wir bis zu unserem zweiten Ziel in Frankreich. Obwohl "erst" 1955 gegründet, handelt es sich laut Wikipedia um den ältesten Freizeitpark Frankreichs. Der bis dahin letzte Park in Frankreich hatte seine Tore nämlich 1934 auf Anordnung der Behörden schließen müssen. Die 27ha große Fläche war vom Ehepaar Parent nach dem zweiten Weltkrieg erworben worden, um dort Wasservögel zu jagen - das große Hobby von Herrn Parent. Hinzu kam ein Gästehaus, welches mit Minigolf und einigen kleineren Dingen für Kinder lockte. Später folgte eine Art Zoo und mit der Zeit entwickelte sich ein florierender Freizeitpark. Der Parc Bagatelle.

      Wir erreichten den Parkplatz von Bagatelle gegen viertel nach zwei. Normalerweise werden für das Abstellen eines PKWs hier 5€ verlangt, die wohl unmittelbar bei der Einfahrt auf den Parkplatz kassiert werden. Die verschiedenen Einfahrten sind nämlich allesamt mit Schranken und kleinen Kassenhäuschen ausgestattet, die Ausfahrten sind gänzlich unbeschrankt. Normalerweise heißt es: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.", hier heißt es wohl eher: "Wer zu früh kommt, der wird abkassiert." Denn als wir am Park ankamen, waren sämtliche Zufahrtsschranken einfach offen und die Kassenhäuschen unbesetzt. Wieder 5€ gespart, dank des späten Frühstücks in unserer Unterkunft.


      Herbie war auch vor Ort. In Alt und Weiß gefällt er mir allerdings besser...


      Park und Parkplatz werden von der Straße getrennt. Damit niemand überfahren wird, gibt es einen Tunnel darunter hindurch.


      Die bunten Häuschen über den Zugängen machen echt was her, innendrin ist es dann aber doch etwas kahl. Immerhin gibt es auch Aufzüge.


      Das ist doch mal eine coole Frittenbude. War nur leider geschlossen. X/

      Das Mittagessen musste also aufgeschoben werden, dafür ging es geradewegs zum Eingang, wo zwei Security-Mitarbeiter einen kurzen Blick in unsere Rucksäcke warfen. An einem Foto mit nem Vogel auf der Schulter kamen wir auch nicht vorbei, dafür war zu dieser Zeit kaum noch etwas los an den Kassen. Auch hier konnte man tatsächlich in Englisch mit uns kommunizieren! So erklärte uns die freundliche Dame, dass meine FunCard zwar einen Rabatt bringe, Nicolas einfache Hopa-Jahreskarte jedoch nicht. Sicherheitshalber fragte sie telefonisch nochmals bei ihrer Führungskraft nach, und bestätigte ihre Aussage. Nicolas zeigte dann noch seine Team-Karte und erklärte, dass er bei Plopsa arbeite. Diese neue Info gab sie nochmals weiter, woraufhin wir dann doch beide den uns zustehenden Rabatt von 40% bekamen. Hartnäckigkeit zahlt sich eben aus.


      Als erste Attraktion trifft man auf den Kettenflieger "Twist'Air".

      Laut der Fanseite Baggyworld wurde dieser im Jahr 2015 eröffnet und stammt von Lamborghini Rides. Ich dachte immer, die bauen Sportwagen. :D Hätte ich das vorher gewusst, wäre ich ja doch noch ne Runde mitgefahren. Gebaut wurde das Karussell wohl schon 2008 für einen Tivoli in Dänemark, als Besonderheit sind zehn verschiedene Geschwindigkeitsstufen möglich. Man operiert aus Rücksicht auf das Familienpublikum aber laut der Fanseite nur auf Stufe 7. Ansonsten gruppieren sich rund um den Eingangsplatz ein paar Imbisse und ein noch nicht fertig gestellter Souvenirshop.


      Nach wenigen Metern trafen wir - gegenüber des eingangs erwähnten Minigolf-Platzes - auch schon auf den ersten Count.


      Der Kid'z Coaster. Ebenfalls im Jahre 2015 eröffnet. Laut Baggyworld von SBF. Ein scheinbar stinknormaler Apfel ohne großartiges Theming.

      Aber Count ist Count, und so stellten wir uns brav in die kurze Schlange, sodass wir schon bei der nächsten Fahrt im obligatorischen Würmchen-Zug Platz nehmen konnten. In zwei der hinteren Reihen. Bald darauf ging es los, einmal um die Kurve und langsam den Lifthill hinauf. Kurve, Wellen, Kurve und dann die gebremste Abfahrt. Wie üblich hob ich die Hände hoch und wurde völlig unvermittelt aus dem Sitz in den Bügel gerissen. "Was zum Geier war denn das?!" Kurz vor der Fahrt hatten wir uns noch darüber unterhalten, dass man so einen Big Apple mal ohne Bremse fahren müsste. Und zack, hatten wir es auch schon getan. Und ja, so machen die Dinger wirklich mal Spaß. Die Airtime hinten war nicht von schlechten Eltern, erst recht, wenn man nicht darauf vorbereitet war. Leider haben wir es versäumt, nochmal vorne zu fahren und die lateralen Kräfte in der Schlusskurve zu prüfen. Die Extremversion des Big Apple drehte allerdings auch nur zwei Runden, ehe man wieder aussteigen musste.


      Die Bremse ist vorhanden, zeigte jedoch keinerlei Wirkung. :thumbsup:


      Da musste nicht nur der Wurm grinsen.


      Über einen kleinen Hügel gelangten wir in einer Ecke des Parks zum Rafting mit sehr kreativem Namen.

      Die Anlage wurde 2001 von Hafema gebaut und wirkt von außen betrachtet nicht allzu spannend. Tatsächlich belegt sie nur eine recht geringe, fast quadratische Fläche, wobei die beiden minimal längeren Seiten weit in die Mitte reinragende Kurven aufweisen. Die Warteschlange kommt von der Seite mit einer Brücke über den Raftingfluss und nähert sich dann aus der Mitte der Station. Aufgrund des guten Wetters mussten wir hier einige Minuten anstehen. Unterdessen hörten wir ein Flugzeug, welches urplötzlich wie aus dem Nichts nur wenige Meter über unsere Köpfe hinwegflog.


      Leicht erschrocken mussten wir feststellen, dass direkt hinter uns die Parkgrenze und unmittelbar dahinter ein Flugplatz lagen.

      Genau genommen handelt es sich beim Aérodrome de Berck-sur-Mer um einen der ältesten Flughäfen überhaupt, wurden hier doch schon um 1904 erste Flugversuche unternommen, um den Gebrüdern Wright nachzueifern. Unter anderem entstand dabei ein Vorläufer des Drachenfliegers. Im zweiten Weltkrieg nutzten vor allem die Briten das Aérodrome. Am rechten Bildrand ist auch noch der Rest der damals entstandenen Betonpiste zu erahnen, die jedoch gesperrt ist. Gestartet und gelandet wird auf der parallelen Graspiste mit 900 Metern Länge - und zwar ohne Tower und ohne Landegebühren. Wer also ein eigenes Flugzeug hat, kann auch damit ganz bequem zum Parc Bagatelle gelangen (und so die 5€ Parkgebühren umgehen :D ).


      Später am Tag kam nochmal so ein Vogel runter.


      Leider nicht allzu scharf, aber man kann erahnen, wie tief die Dinger den Park überfliegen.


      Hat man den Schock überwunden und eines der Boote bestiegen, schippert man durch eine 180° Rechts- und eine 180° Linkskurve.


      Dann folgt der Hafema-typische Strudel mit recht knackigem Abgang und überraschend heftigen Stromschnellen im Anschluss.


      Das war es dann aber auch leider schon wieder, der Rest der Fahrt ist wieder eher gemütlich.


      Vorbei an den Wasserfällen, unter der Warteschlange hindurch und an einem großen Kopf vorbei geht es schon zurück zur Station.


      Die Vegetation hält sich aufgrund der Einflugschneise auch ziemlich zurück, sodass der ganze Bereich eher wenig Schatten bietet.


      Ganz im Gegensatz zum Rest des Parks, der weitestgehend dicht bewaldet ist.


      Ein Stück weiter trifft man auf einen kleinen See mit Bumperboats und Tretbooten, über den auch die Parkeisenbahn fährt.


      Das etwas fragil wirkende Riesenrad dahinter gehört zu den älteren Attraktionen des Parks und wurde 1969 von S.D.C erbaut.


      Dieses steht am Beginn einer Sackgasse, an deren Ende die Bag Pearl ankert.


      Wirklich hübsch eingebettet das Schiffchen.


      Hier und da stolzieren auch mal ein paar Enten am Ufer entlang.


      Gegenüber kann man sich auf einer Bootsrutsche in die Tiefe stürzen.


      Und was schimmert da durch die Bäume?


      Einer der vier Invertigos von Vekoma. Gesehen habe ich sie damit nun alle, blöd nur, dass der Stinger im Dorney Park nicht öffnen wollte...


      Dieses Modell debütierte 1997 mit einem Jahr Verspätung als Prototyp im schwedischen Liseberg.


      2002 wurde die Bahn nach Griechenland verkauft (und verschifft?), dort aber nie aufgebaut.


      Die Reise ging dann wieder zurück nach Skandinavien, wo das dänische Sommerland Syd dem Invertigo von 2005 bis 2011 eine Heimat bot.


      Zur Saison 2012 zog die Anlage dann zum bisher letzten Mal um und dreht seither als Triops seine Runden hier in Bagatelle.


      Obwohl, kann man bei einem Shuttle-Coaster von "Runden drehen" sprechen? Egal, das Ding ist schon ganz schön rumgekommen.


      Das zeigen auch die Warnhinweise auf dem großen Kasten gleich neben der Station.


      Die warnen nämlich noch auf schwedisch vor heißen Oberflächen und lebensgefährlicher Spannung. :D


      Aber genug zur Historie, Nicolas wollte endlich fahren. War für ihn schließlich der Hauptbesuchsgrund hier.

      Die Warteschlange war relativ kurz. Aber obwohl auch hier die Gates aus großen Gittertoren bestehen, wurde die Station erst gefüllt, als der Zug wieder stand und alle Mitfahrer auf der anderen Seite ausgestiegen waren. Nunja, scheint bei den Franzosen irgendwie normal zu sein. Nicolas eilte dann sofort zur rückwärtigen Front Row - man hängt ja Rücken an Rücken unter den Schienen. Dort wies jedoch leider ein Schild darauf hin, dass in dieser Reihe nur ein Sitz nutzbar sei, weshalb ich eine Reihe weiter musste.


      Nach erfolgter Bügelkontrolle wird der Zug den ersten Lutfhill hinaufgezogen.


      Die Spitze in 40 Metern Höhe ist aufgrund der Nähe zum Flugplatz in weiß-roter Warnfarbe lackiert.


      Kaum ausgeklinkt, rauscht man durch die Station hindurch in die Cobra Roll.


      Danach folgt der intensive Looping.


      Und dann fängt das Catchcar des zweiten Lifts den Zug sanft auf und bringt ihn erneut auf Höhe, um das Ganze nochmal rückwärts zu absolvieren.


      Nicolas war begeistert, ich kann mich auch nach dem dritten Exemplar nicht mit den invertierten Boomerangen anfreunden.


      Wobei die Fahreigenschaften tatsächlich bis auf 2-3 Stellen in Cobra Roll und Looping annehmbar sind.


      Wiederholungsfahrten sparten wir uns noch auf und setzten stattdessen erstmal den Rundgang fort.


      Quasi im Schatten der Lifthills steht nämlich Famous Jack, ein zumindest von außen sehr hübsch verpackter Spinning Coaster von Reverchon.

      Eröffnet wurde die Anlage im Jahre 2000, damals allerdings noch im englischen Pleasurewood Hills. Zur Saison 2006 setzte sie dann über nach Frankreich und stand wohl klassisch nackt an jener Stelle, die nun der ungebremste Big Apple beansprucht. Deswegen musste das Mäuschen mit seinen Drehwagen zur Saison 2015 nochmals umziehen, aber eben nur innerhalb des Parks. Bei der Gelegenheit gab es dann auch gleich frische Farbe, einen neuen Namen und eben die simple aber wirkungsvolle Gestaltung der Außenseite.


      Leider ist der Innenraum auch weiterhin leer.


      Trotzdem eine der ansehnlicheren Drehmäuse und die Wartezeit war auch im Rahmen.


      Die Fahrt war auch in Ordnung, einen durchgehenden Spin konnten wir allerdings nicht aufbauen.


      Gleich daneben wurde gerade an diversen Fußballplätzen oder so gearbeitet. Gehören die auch noch zum Park?


      Den Kinderbereich ließen wir einfach mal links liegen...


      Auch die dortige Oldtimerfahrt konnte uns nicht locken.


      Denn Nicolas hatte bereits die Neuheit der Saison 2017 entdeckt. Ein Air Race von Zamperla namens Silver Wings.


      Ebenfalls mit eher einfach aber absolut passend gestalteter Umgebung, die hervorragend mit den angrenzenden Westernkulissen harmoniert.


      Hm, da heißt das Ding schon Silver Wings, und dann darf man nichtmal auf die Flügel klettern.


      Zwei oder drei Runden mussten wir warten, dann konnten auch wir abheben.


      Der Shop für die Looping-Freunde war allerdings noch nicht fertig. :D


      Unsere Blicke wurden aber eh schon von einer ziemlich blauen Szenerie direkt gegenüber angezogen.

      Und die beinhaltet, wie man sieht, auch ein paar ebenfalls blaue Schienen, die wiederum einen Soquet-Coaster bilden. Mit dem Baujahr 1987 handelt es sich obendrein um die älteste Achterbahn im Parc Bagatelle, was man angesichts des optischen Erscheinungsbildes kaum glauben mag. Das könnte aber auch damit zusammenhängen, dass die Bahn schon mehrere kleinere und größere Umwandlungen mitgemacht hat. Ursprünglich war sie nämlich als Mine d'Or Engloutie mit einem künstlichen Felsmassiv versehen. Doch dieses wurde zur Saison 2005 entfernt, da die tragende Struktur wohl eine größere Renovation gebraucht hätte. Die Bahn drehte dann relativ nackt ihre Runden fortan als Bouzouc - wohl der Name eines Drachen oder so, wobei in der Saison 2005 wenigstens noch ein paar Wassereffekte verwendet wurden. Ab 2012 hieß sie dann Bag Express, das optische Erscheinungsbild muss aber trotz frisch gestrichenem Zug nach wie vor eher schlecht gewesen sein. Zum 60-jährigen Bestehen des Parks 2015 wurde die Anlage daher komplett renoviert. Ein frischer Anstrich, Befreiung von zu dichter Vegetation, neue Kulissen und 1-2 kleine Extras samt erneuter Umbenennung. Und das Wasser im See ist nun glasklar und hat mit dem "Klärbecken" früherer Berichte nichts mehr zu tun.


      Die Wartezeit betrug nur 1 oder 2 Fahrten, dann stiegen wir direkt vorne in der Lok ein.


      Der Lifthill auf der Rückseite der Anlage ist sehr flach.


      Bevor es richtig los geht, nimmt der Zug in einer hochgelegenen Helix erstmal Tempo auf. In einem Häuschen geht diese dann in den eigentlichen First Drop über. Vorne schon nicht schlecht, hinten dürfte es da schöne Airtime geben.


      Auch der große Airtimehügel vermochte ein leichtes Magenkribbeln hervorzurufen.

      In dem großen blauen Häuschen - im Inneren leider nicht weiter ausgestaltet - führt eine große Helix den Zug auf Bodenniveau zurück, wo noch ein flaches Hügelchen überfahren wird. Leider verliert auch dieser Soquet massiv an Tempo, das hier montierte Reibrad bremste aber noch mehr.


      Die Kurve unterhalb der Starthelix wird daher schon arg langsam durchfahren.


      Kurz vor Schluss taucht die Strecke dann unter die Wasseroberfläche ab, die Mitfahrer bleiben aber glücklicherweise trocken.

      Aus dem Graben im See kommt der Zug dann nur noch mithilfe von Reibrädern wieder hinaus, und auch der weitere Weg zurück zur Station durch zwei Kurven wird ganz gemütlich mit Reibradantrieb absolviert. Schade, von außen sahen diese kleinen Hügelchen nach richtig Spaß aus, das nötige Tempo bleibt aber eben leider auf der Strecke. Trotzdem weiß die Fahrt zu gefallen und optisch ist dies für mich die gelungenste Attraktion des Parks - auch wenn die Kulissen von Innen dann doch ziemlich nackt sind. Mag aber auch an den bereits angesprochenen "Extras" liegen, die einfach immer eine Aufwertung darstellen.


      Dieser kleine Feuereffekt beispielsweise.


      Oder dieser. Schade, dass es am Ende nicht mehr zu einer weiteren Fahrt reichte.


      Die direkt benachbarte Wildwasserbahn ließen wir uns auch nicht entgehen.

      Hier sorgte unsere Bitte nach Kommunikation auf Englisch dann doch für arge Verlegenheit bei der jungen Dame. Mehr als "oh..., äh..., hm.." brachte sie dann nicht mehr heraus. Sie überlegte verzweifelt, zeigte dann schließlich einfach auf das nächste freie Boot und wir stiegen ein. River Splatch, wie die Anlage heute heißt, stammt aus dem Jahre 1976 und gehört damit zu den ältesten Wildwasserbahnen Europas. Gebaut wurde sie von Reverchon, die auf 350 Streckenmetern zwei Abfahrten platziert haben.


      Die finale Abfahrt ist mit 13 Metern natürlich auch die höchste, der Splash allerdings nicht die nasseste Stelle der Bahn...

      Aus der Station heraus führt die Fahrt zunächst um eine weite Kurve zum ersten Lift. Nicht nur, dass das Boot da relativ flott und somit unsanft draufknallte, davor stand auch eine Welle, die völlig unerwartet einfach ins Boot hineinschwappte. Ich weiß jetzt leider gar nicht mehr genau, wie sehr diese Nicolas vorne im Boot getroffen hat, aber der Sprühnebel der beiden Drops schien da eher harmlos. Wer rechnet bei einer Wildwasserbahn auch damit, dass man schon vor dem ersten Lift nass wird? Die Strecke zwischen dem in einem künstlichen Berg versteckten ersten Drop und dem zweiten Lift führt dann leicht erhöht einmal durch den Wald im Zentrum des Parks. Platz für die ein oder andere Attraktion wäre da jedenfalls noch reichlich vorhanden.


      Damit waren wir im Grunde einmal durch. In der Nähe des Eingangsbereichs entdeckten wir noch ein paar Tiergehege.

      Ich war mir allerdings sicher, bei einem der Parks in meiner Planung 5 Counts notiert zu haben. Da im Dennlys Parc nur 3 zu holen waren, musste es Bagatelle gewesen sein. Gefahren waren wir nun vier, aber wo sollte sich dann der fünfte verstecken? Sicherheitshalber mal den CC öffnen, schonmal abhaken und nochmal prüfen, vielleicht war ja ein Count über den Winter verschwunden? Nein, tatsächlich. Ein roter Punkt blieb übrig. Und mit dem Namen war die Bahn auch auf dem Parkplan schnell gefunden...


      Also schnell zurück zum Kinderbereich, der deutlich größer war als auf den ersten Blick vermutet. :whistling:


      Da hat er sich also versteckt!

      Ein weiterer Soquet, diesmal allerdings in einer kleinen Ausführung für die jüngeren Besucher. Eröffnet im Jahre 1996 unter dem Namen Wapiti, seit 2003 unter dem Namen Spirale des Dunes unterwegs. Das steht auch auf den zugehörigen Schildern, wie man auf obigem Bild bei genauem Hinsehen erahnen kann. Offiziell - so auch auf dem Parkplan - heißt die Bahn inzwischen aber Spirale Express. Für die Größe ein ganz witziges Bähnchen, welches sich da durch den Wald schlängelt.


      Allerdings reicht auch hier die per Lifthill erlangte Lageenergie nicht für die gesamte Strecke.


      Bei kaum vorhandenem Banking rutscht man in den Kurven aber trotzdem schön zur Seite.


      Und dann entdeckten wir hier hinten auch noch eine zweite Wildwasserbahn.

      Die Splash Factory wurde im Jahr 2000 eröffnet und stammt wohl von L&T Systems, wobei laut BaggyWorld scheinbar auch Teile in Eigenregie entstanden. Hier würde ich mal drauf tippen, dass der Betonkanal selbst angelegt wurde und die Italiener nur Lift samt Drop, Technik und Boote beigesteuert haben. Übrigens war diese Bahn die letzte Neuheit unter der Regie der Gründerfamilie Parent.


      Mit sehr mäßigem Tempo schlängelt sich der Kanal durch die Bäume an den im Bau befindlichen Fußballplätzen vorbei.


      Der Nässegrad war hier übrigens sowohl vor als auch nach dem Lift überschaubar.

      Leider verfügt Bagatelle nicht über einen präzisen Öffnungszeiten-Kalender. Stattdessen erfährt man lediglich, ob der Park geöffnet hat oder nicht. Darunter heißt es dann, dass der Park an den Öffnungstagen um 10:30 Uhr öffnet und die Attraktionen abhängig vom Andrang zwischen 17:30 Uhr und 19:30 Uhr schließen. Aufgrund dieser Unsicherheit hatte ich Bagatelle eben eigentlich als erstes Ziel für diesen Tag eingeplant, aber es war ja nun eben doch anders gekommen. Leider teilte uns die Mitarbeiterin der kleinen Wildwasserbahn auf Nachfrage mit, dass an diesem Tag tatsächlich bereits um halb sechs Schluss sein sollte - nicht, dass ich etwas anderes erwartet hätte. Später entdeckten wir auch einen entsprechenden Hinweis am Eingang, wir hätten also schon länger Gewissheit haben können, wenn wir etwas besser geguckt hätten.


      Mangels Zeit fiel die Wiederholungsfahrt auf dem Gaz Express also leider aus, dafür wandten wir uns wieder dem Invertigo zu.


      Noch ein paar Detailaufnahmen.


      Hier und da schimmert die alte, gelbe Farbe schon wieder durch. Und wozu dienen eigentlich die Umlenkrollen?

      Nicolas machte schnell noch ein Selfie zur Erinnerung, dann wurde die Warteschlange bis zum Parkschluss belagert. In den verbliebenen knapp zwanzig Minuten schafften wir so noch drei oder vier weitere Fahrten, aus dem Ausgang jeweils direkt wieder rein, der Andrang war glücklicherweise nicht allzu groß. Dabei gefiel mir insbesondere die jeweils zweite Reihe, da man hier sehr schön den Mitnehmer beobachten kann (hinten am ersten, vorne am zweiten Lift). Einzig, wie genau der nun den Zug festhält, kann man leider nicht einsehen. Gegen halb sechs wurde uns dann zu erkennen gegeben, dass man nun die Mitfahrer für die letzte Fahrt einlassen würde und wir uns nicht mehr anstellen sollten. Zwei Plätze blieben dann aber doch noch frei und so durften wir - wenn auch voneinander getrennt - auch die letzte Fahrt des Tages noch mitnehmen.


      Der Bereich leerte sich schnell, sodass wir in fast völliger Einsamkeit noch ein paar Fotos schließen konnten.


      *sing* Still und starr ruht der der See... :whistling:


      Die hübsche Parkeisenbahn, deren Streckenverlauf schon mehrfach verändert wurde, konnten wir nun auch mal in Ruhe ablichten.


      Neben den beiden Achterbahnen ein weiteres Produkt aus dem Hause Soquet, die aktuelle Lok wurde 1999 in Dienst gestellt.


      Das 3D-Kino, ein Motion Theatre von 1998, hatten wir vorher gar nicht erst gesehen...

      So war es schon fast 18 Uhr, bis wir wieder den Eingangsbereich erreichten, wo der Kettenflieger tatsächlich noch dabei war, die Warteschlange abzuarbeiten. Nicolas gönnte sich aber lieber noch einen Crêpe, unsere Suche nach etwas zu Essen war in diesem Park nämlich bis dahin erfolglos gewesen. Im Anschluss ließen wir uns vom Navi zu einer bekannten Fast-Food-Kette führen, wobei wir unterwegs auch dem Auto mal ein reichhaltiges Abendessen spendierten. Die Heimfahrt führte uns dann unmittelbar über den französischen Zugang zum Eurotunnel hinweg wieder zurück nach De Panne, wo ich spontan noch Richtung Strand fuhr.


      Für gute Bilder war es leider schon arg dunkel geworden und das Stativ lag natürlich im Hotel... X/


      Da hinten ist tatsächlich schon Frankreich und irgendwo auch der Eurotunnel.


      Nicht weit von unserem Parkplatz entfernt konnten wir auch das Denkmal von Leopold I, dem ersten König Belgiens, bewundern.


      Der damalige Prinz Leopold von Sachsen-Coburg-Gotha betrat hier am 17.07.1831 erstmals belgischen Boden.


      Machte im Dunkeln jedenfalls eine gute Figur.


      Fazit: Der Zufall ist noch immer der beste Planer. Viel besser hätte der Tag kaum laufen können. Nach dem gelungenen Start im Dennlys Parc konnte auch der Parc Bagatelle überzeugen. Zunächst mit dem wider Erwarten kostenlosen Parkplatz am Nachmittag, dann mit dem vergünstigten Eintritt (auch wenn Nicolas etwas Überzeugungsarbeit leisten musste) und generell freundlichen Mitarbeitern. Und schlussendlich wären da ja auch noch die Attraktionen, wobei insbesondere der bremslose Big Apple, der Invertigo und Gaz Express hervorzuheben sind. Die Gestaltung ist zum Teil wirklich klasse für einen Park dieser Größe, und ansonsten punktet man mit schöner Natur. Einzig die Essensauswahl (am Nachmittag) hätte ich zu bemängeln, aber letztlich hatten wir ja eh besseres zu tun.
      Hab' Sonne im Herzen und Pizza im Bauch,
      dann bist du glücklich und satt bist du auch.
    • Genau die Tour haben wir auch gemacht. Stimme dir im großen und ganzen zu, mit dem 3D Simulator hast du auch nichts verpasst. Gaz Express in der letzten Reihe zu fahren ist aber viel besser als in der ersten, gerade bei dem ersten Drop. Schaut man sich aber nun Gaz Express von 1987 an, so wird auch klar, wieso es diese seltsame Anfangshelix gibt: Da fuhr die Bahn nämlich einmal um den Berg herum. Auch der Indoor Part, der jetzt innen unthematisiert ist, war damals im Berg thematisiert. Guck dir mal dieses Video auf You Tube an: da siehst du wie es damals war. Sieht echt hammer aus, aber jetzt ist immerhin noch besser als vor 2015. In de Panne haben wir auch übernachtet, nur bei uns war da irgendein Festival mit lauter Musik und Zelten (sogar kostenloser Eintritt) und an König Leopold war eine belgische Kirmes aufgebaut :D

    • Ah cool, danke für das Video. Sowas hatte ich eh noch suchen wollen, es aber irgendwie versäumt.
      Hat dann doch ein wenig mehr Charme als die jetztige Variante, aber die ist definitiv besser als nix.
      Hab' Sonne im Herzen und Pizza im Bauch,
      dann bist du glücklich und satt bist du auch.