[Viva Catalunya] ungeplanter Kirmesbesuch im Hafen von Barcelona

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      Vom 30. September bis zum 03. Oktober war der FKF mit seinem kurzen Spanien-Quickie im Parc d’atraccions Tibidabo und dem Port Aventura Resort. Für mich war es die erste Tour mit dem FKF und zugleich auch der erste Besuch des spanischen Festlands seit einem Familienurlaub in Kindertagen. Daher war ich bereits zwei Tage vorher angereist um mir Barcelona anzuschauen. Die ausführlichen Berichte zur Anreise und dem Sightseeing findet ihr im Tagesschau-Forum von Onride. Ich empfehle allerdings genügend Zeit, wenn ihr diese lesen wollt. Hier geht es nun um eine kleine Kirmes, die ich zufällig im Hafen der Stadt vorgefunden hatte, bevor dann der Bericht zum Tibidabo folgt.


      Von meinem letzten Sightseeing-Ziel, dem Arc de Triomf, fuhr mich ein Bus der Linie 39 direkt in den Hafen zur Kirmes. Die war wohl Teil des Festa Major de Barceloneta, also dem Stadtfest des Viertels Barceloneta. Das wiederum findet jedes Jahr um den 29. September, dem Michaeilistag (Sant Miquel, also der Erzengel Michael, ist der Schutzpatron des Viertels), statt. Um mich von hinten nach vorne durchzuarbeiten - und vor allem weil ich die erste Haltestelle verpasst hatte - stieg ich an der zweiten Haltestelle am Riesenrad aus. Dort standen außerdem gleich zwei der in Spanien äußerst beliebten Rundfahrgeschäfte des Typs Saltamontes direkt nebeneinander. Namentlich Canguro Show und Super Rana XXL.


      Dazu gesellten sich ein Autoscooter, der Scheibenwischer Jamaica Xtreme und ein Propeller.


      Letzterem gegenüber stand auch schon der erste Count. Eine Art Riesen-Butterfly.

      Leider konnte ich da nicht viele Infos zu finden. Der Form entsprechend heißen diese Attraktionen, von denen es in Spanien offenbar mehrere gibt, einfach La Uve (also V). Mit ich glaube 3€ war dies der teuerste Count hier. Ich konnte mir die letzte Reihe sichern. Warum da eher unbequeme Schulterbügel installiert sind, war mir zwar ein Rätsel, aber so schlimm war es letztlich nicht.


      Sind alle Passagiere gesichert, zieht ein Catchcar den Zug rückwärts in die Höhe.

      Dann wird ausgeklinkt und mit netter Airtime geht es wieder hinab. Im Tal wird man ganz gut in den Sitz gedrückt, beim Auspendeln samt Richtungswechsel kann man mit ein bisschen Hilfe durchaus etwas von eben diesem Abheben. Und das kann man überraschend oft machen, denn der Zug pendelte gefühlte fünf Minuten, ehe der Operator endlich die Bremse aktivierte, die aber auch recht sanft verzögerte. Eine relativ intensive Fahrt mit absolut angemessenen Fahreigenschaften und einem mehr als gerechtfertigten Preis.


      Kann man also definitiv mal machen.


      Ganz schön weit gereist, der werte Herr mit seinem Imbiss.


      Vorbei an einigen weiteren Karussells, Spielbuden, Imbissen und Co. bahnte ich mir den Weg zum nächsten Count.


      Und ich dachte immer, Euro Disney wäre bei Paris...

      Blöderweise findet man eben nur besagte Kopie, wenn man nach der Bahn sucht. Auch hier kann ich also keine weiteren Informationen liefern, außer den selbst erlebten. Die Fahrt hier kostete lächerliche 2€, wenn ich mich richtig erinnere. Dafür bekam ich dann aber auch eine ganz private ERT. Außer mir im vorletzten Wagen saß niemand im Zug. Bügel gibt es auch keine, und so startete der Operator die Fahrt sofort, als ich Platz genommen hatte. Die Strecke ist ein einfaches Oval mit geringem Höhenunterschied. Die "Gegengerade" ist dabei in einem Tunnel versteckt, der aber lediglich mit weiteren Disney-Figuren bemalt und bunt beleuchtet ist. Also ein ziemlich unspektakulärer Kiddy-Count. Und dann wollte die Fahrt einfach kein Ende nehmen. Ich drehte Runde um Runde, bis der Zug endlich langsamer wurde. Allerdings nur um die Richtung zu wechseln und mich anschließend nochmal ähnlich lange rückwärts durch den Parcours zu schicken. Da kam wenigstens die Kurve etwas überraschender...


      Über das Verhältnis Preis zu Fahrtlänge konnte man sich jedenfalls nicht beschweren.


      Und hübsch aussehen tut der Zug ebenfalls.


      Wenige Meter weiter stand mit Tokito Guay Count Nummer drei.

      Auch hier kommen wieder ein paar sicherlich nicht lizenzierte Figuren vor, beispielsweise ein großer Son Goku vor der Bahn. Der Fahrpreis ist identisch mit der zuvor gefahrenen Kinderbahn. Darin enthalten ist ein Papierstreifen, dessen Enden mittels handelsüblichem Gummiband zusammengehalten werden. Dass das ein Stirnband sein soll, um die Passagiere thematisch anzupassen, habe ich allerdings erst nach der Fahrt gecheckt. Vorher war ich zu beschäftigt damit, mich in den winzigen letzten Wagen hinein zu falten. Ich musste tatsächlich quer sitzen, anders bekam ich meine Knie nicht zwischen die Sitzbänke.


      Bequem geht anders. Und dann fuhr auch diese Bahn so elendig lange...


      Es handelt sich um einen recht kompakten Powered Coaster.

      Das Tempo scheint dabei manuell gesteuert zu werden, so fährt man mal schneller und mal langsamer, bleibt zwischendurch auch mal kurz stehen, wechselt die Richtung. Also wenigstens mit einer gewissen Abwechslung. Mit Vollgas durch den Bahnhof hat mir aber am besten gefallen. Hinzu kommen ein paar Spezialeffekte wie Nebel aus dem Vulkan, Wassersprüher in der kleinen Tordurchfahrt und Luftblasen. Da bekommt man also durchaus was geboten für sein Geld.


      Hier sieht man auch, wie das mit den Stirnbändern eigentlich aussehen sollte.


      Der vierte und letzte Count, Montaña Gold Mine, stand ganz am Ende der Kirmes.


      Wiederum ein Powered Coaster, wiederum für die günstigen 2€.

      Auch hier hat man an die thematische Einbindung der Fahrgäste gedacht und an (fast) jedem Sitzplatz einen Cowboy-Hut aufgehangen, den man sich aufsetzen kann. Witzige Sache, sollte es öfter geben. Selbstverständlich saß ich wieder in der letzten Reihe. Und wieder hatte ich den Zug komplett für mich alleine.


      Bei der Auffahrt musste ich schon aufpassen, mit dem Hut nicht an den Stützen der darüber liegenden Schiene hängen zu bleiben.


      Auf eine Gerade folgt eine enge Kurve und die gewellte Abfahrt. Lustig, aber leider in recht langsamem Tempo.


      Anschließend nochmal eine Gerade im Tunnel, der schön als Mine gestaltet ist.

      Dessen Decke war in regelmäßigen Abständen mit Schaumstoffpolstern samt Spitzen ausgestattet. Außer dass ich mich bei jeder Durchfahrt leicht ducken musste, erkannte ich darin nicht wirklich einen Sinn. Bis der Zug nach etlichen Runden einfach mitten im Tunnel stehen blieb. Vorne und hinten gingen die Tore zu und dann saß ich da. Ganz allein. Es folgten diverse Lichteffekte, etwas Sound, und als Finale kam die Decke runter. Also wirklich runter. Die Schaumstoffpolster passten genau zwischen die Wagen und reichten auch wirklich bis an die Wagenwand hinab. Die eigentliche Decke lag sozusagen auf meinem Kopf auf. Echt krass und für mich persönlich das Highlight dieses Kirmesbesuchs.


      Gegenüber stand noch eine Geisterbahn, ansonsten war es das.

      Reichte mir aber auch, ich war ja schon auf dem Weg hierher ziemlich erschöpft. Ein Bus der Linie D20 brachte mich von der benachbarten Bushaltestelle bis zur Metrostation Paral·lel, wo ich mal wieder in die Metrolinie L3 umstieg, die mich bis zur Station Tarragona gleich am Hotel brachte. Gegen viertel vor 11 dort angekommen ging es für mich auch schon gleich wieder ins Bett, am nächsten Tag sollte ja endlich die eigentliche Tour starten. Offiziell am Flughafen, aber da hatte ich mich ausnahmsweise zwecks weiterem Sightseeing stur gestellt...


      Fazit: Eigentlich war für diesen Tag ja nur Sightseeing vorgesehen. Dass ich nebenbei noch vier spanische Kirmes-Counts abstauben konnte, war da eine wirklich positive Überraschung. Viel los war an den Geschäften selbst nicht mehr, sodass ich zweimal ganz alleine meine Runden drehen durfte, auf den beiden anderen Bahnen waren auch nur wenige andere Fahrgäste dabei. Über das Preis-Leistungs-Verhältnis kann man sich dabei nicht beschweren, alle Bahnen kosteten gleich viel (außer La Uve) und fuhren auch in etwa gleich lang (und die Betonung liegt hier auf lang). Highlights waren natürlich der Riesen-Butterfly und die kleine Show-Einlage in der Gold Mine.
      Hab' Sonne im Herzen und Pizza im Bauch,
      dann bist du glücklich und satt bist du auch.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Runner ()